Abschlussberichte-Oberhausen

Das Grundeinkommen, die Arbeit und der Mensch zwischendrin

Erste Tourneestation im Ruhrpott führte zu erstaunlichem Ergebnis

Oberhausen. (-jr-) Es gehörte schon eine gehörige Portion Mut dazu, den Menschen ein so sperriges Thema wie das Grundeinkommen ausgerechnet an einem Ostersamstag anzubieten. Ostermärsche und gutes Wetter hielten mehr als 20 Personen nicht davon ab, den Referierenden auf dem Podium in der Kulturkneipe Gdanska auf den Zahn zu fühlen. Und es waren nicht die üblichen Verdächtigen, nämlich die eh schon vom BGE „infizierten“ Insider, zu Gast, sondern Menschen, die bislang noch nichts vom Grundeinkommen gehört hatten. Der Plan der Macher von BGE17 scheint aufzugehen.

Und die Fragen und Kommentare der „Neulinge“ hatten es in sich und forderten die Gäste auf dem Podium heraus. Sowohl die Kurzreferate von Karin Schäfer (Die Violetten), Claudia Laux (Grünes Netzwerk Grundeinkommen), Wolf Raul (ATTAC – Genug für Alle), Andreas Ronig (Piratenpartei) und Jörg Reiners (LAG Grundeinkommen DIE LINKE.NRW) als auch die Entgegnungen auf die Fragen und Kommentare zeigten, dass die Schnittmenge der BGE-Matadore im linken gesellschaftlichen Spektrum bei weitem größer ist als das Trennende. Es ist wohl nur eine Frage einer überschaubaren Zeit, bis auch die verbliebenen Unterschiede ausnivelliert werden können.

Das Event in Oberhausen endete mit einem starken Fazit: das Grundeinkommen läßt die Erwerbsarbeit von der Pflicht zur Kür werden. Was so leicht über die Lippen kommt, bedeutet aber gravierende Umwälzungen für unsere Gesellschaft. Auch in ihrer Rolle als Erwerbsarbeitende wären die Menschen nicht länger erpressbar! Ein Resultat, das umso erstaunlicher ist, verbindet man das Ruhrgebiet doch eher mit dem Arbeitsmythos der Kumpel unter Tage.

Erst waren es wenige Tropfen, dann ein kleines Rinnsal. Jetzt aber fließen viele Rinnsale zu einem ansehlichen Bach zusammen. Ja, das Grundeinkommen wirkt!

Ob es in der Bankenmetropole Frankfurt (6. Mai) auch Überraschungen geben wird?